Pressemitteilung


Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

„Politik mit Augenmaß statt komplizierten und unpraktischen Richtlinien ist gefordert“, mahnt die Vorsitzende des Trägerverein Hospiz in Bietigheim-Bissingen, Ute Epple, an. Unterstützt wird sie darin von Thorsten Majer, der beim Besuch von Pflegeeinrichtungen schon oft erfahren hat, wie überreguliert beispielsweise die Einteilung in die Pflegestufen abläuft und klar stellt: „Die Hospiz-Idee macht uns immer wieder deutlich, dass es um den Menschen gehen muss und nicht um bürokratische Fragestellungen.“

Für die Zukunft der Pflege in Baden-Württemberg macht die zuständige Ministerin Altpeter klar: „Wir werden uns entfernen vom negativ aufgeladenen Begriff des Heimes und neue Wohnformen auch für die Palliativpflege ermöglichen, in denen die Bewohnerinnen und Bewohner genügend Platz und Personal haben.“

Das Hospiz in Bietigheim-Bissingen gilt dank des großen Engagements des Personals als absolut vorbildlich. „Doch diese Qualität“, macht Pflegedienstleiter Thomas Dübner klar, „lässt sich nur dank der Unterstützung von über 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an 365 Tagen im Jahr halten.“

Beeindruckt von dieser gesellschaftlichen Leistung und sichtlich emotional berührt nach dem Gespräch mit einem Hospizbewohner, der dem Besuch sehr gerne sein Zimmer zeigte, ging es für die Politiker weiter zum Fachgespräch zur Situation und Finanzierung der ambulanten und stationären Pflege ins benachbarte Ingersheim.

Beim Besuch des Karl-Ehmer-Stift in Ingersheim lässt Ministerin Altpeter ihre Fachkenntnisse aus eigener Berufserfahrung erkennen: sie ist ausgebildete Altenpflegerin und kennt die Sorgen und Nöte des Personals bestens. So kommt sie, genauso wie der Ingersheimer Bürgermeister Volker Godel und Bundestagskandidat Majer, direkt ins Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Schon während des Rundgangs macht Kerstin Zerrenner, die Hausdirektorin des Karl-Ehmer-Stift, deutlich, wie schön und wertvoll trotz allem Stress das Zusammenleben und die Begleitung der Bewohnerinnen und Bewohner ist.

„Das ist auch einer der Gründe, dass sich so viele Ehrenamtliche im Karl-Ehmer-Stift und bei der Sozialstation engagieren“, fügt Bürgermeister Volker Godel hinzu.

Probleme wie das minutiöse Abrechnen der Pflegeleistungen und die Schwierigkeiten bei der Einbindung von ausländischem Fachpersonal, kennt Thorsten Majer auch bestens von seiner Hausbesuchstour. „Regelmäßig berichten mir Bürgerinnen und Bürger von Problemen ihrer Angehörigen, sei es in einer Pflegeeinrichtung oder in der ambulanten Pflege.“

So kommt auch die Pflegedienstleitung der Ingersheimer Sozialstation, Marlene Conte, zu dem Schluss: „Die menschliche Zuwendung bleibt leider aufgrund der Finanzierung oft auf der Strecke.“ Rolf Schnee, Mitarbeiter der Gemeinde Ingersheim, kann dies nur unterstreichen und macht klar: „Regelmäßig frisst die Bürokratie Zeit und Geld auf, das wir viel besser direkt bei den Patientinnen und Patienten benötigen würden.“

Abschließend stellt Katrin Altpeter klar: „Die Organisation der Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der die Politik tatkräftig mitwirken muss.“ Thorsten Majer sieht dies als konkrete Aufgabe und ergänzt: „Eine der ersten Aufgaben der neuen Bundesregierung muss die Reform der Pflegeversicherung sein.“

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